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Wandfarbe im Growroom – unwichtiges Detail oder echter Ertrags-Booster?

Das ist eines dieser Themen, die in Grower-Foren regelmäßig wieder auftauchen. Die einen sagen: „Weiße Wände sind Pflicht“, die anderen: „Mythos, entscheidend ist nur die Lampe“. Wie so oft beim Indoor-Growing liegt die Wahrheit dazwischen.
Wandfarbe und Oberflächenfinish machen aus einem schlechten Setup keinen Top-Grow, können aber ein paar bis hin zu gut zehn Prozent mehr aus einem bereits gut eingestellten Grow herausholen. Und bei heutigen Strompreisen und Equipmentkosten ist das kein Detail.

Also schauen wir uns das nüchtern an – Grower zu Grower, ohne Marketingmärchen.


Warum spielen Wände überhaupt eine Rolle?

Beim Indoor-Grow ist Licht die Währung. Für jedes Watt zahlst du, aber die Pflanze nutzt nur einen Teil der ausgesendeten Photonen. Der Rest:

  • verschwindet seitlich,
  • geht im Schatten der Blätter verloren,
  • oder wird von den Wänden reflektiert und kommt (im besten Fall) zurück zur Pflanze.

Genau hier kommen Farbe und Struktur der Wände ins Spiel.

Es geht nicht um „magische Farben“, sondern um Reflexionsgrad und die Art, wie das Licht zur Pflanze zurückgeworfen wird.


Weiße Farbe – der unterschätzte Klassiker

Fangen wir mit der einfachsten und oft besten Lösung an.

Matte weiße Farbe:

  • reflektiert etwa 80–90 % des Lichts,
  • streut das Licht gleichmäßig (keine Hotspots),
  • ist günstig, langlebig und leicht sauber zu halten.

Wichtig: matt, nicht seidenmatt oder glänzend. Glänzende Farben wirken eher wie ein Spiegel und werfen Licht punktuell in eine Richtung – oft genau dahin, wo es nichts bringt.

Warum funktioniert Weiß so gut?

Weil es Licht diffus verteilt statt es wie einen Laser zurückzuschießen. Das sorgt dafür, dass:

  • untere Pflanzenteile mehr nutzbares Licht bekommen,
  • extreme Kontraste reduziert werden (weniger Lichtstress),
  • sich ein gleichmäßiger PPFD im Raum leichter einstellen lässt.

👉 Für die meisten Grower gilt: Weiße Farbe bietet das beste Verhältnis von Aufwand zu Nutzen.


Reflektionsfolie (Mylar) – stark, aber anspruchsvoll

Hier entstehen die meisten Mythen.

Mylar bzw. reflektierende Folien können bis zu 95–97 % des Lichts zurückwerfen. Klingt nach dem heiligen Gral – hat aber seine Tücken.

Vorteile:

  • sehr hoher Reflexionsgrad,
  • ideal für Growzelte,
  • kann die Lichtmenge im unteren Canopy spürbar erhöhen.

Nachteile:

  • Hotspots bei Falten oder Wellen,
  • gerichtete statt diffuse Reflexion,
  • aufwendiger in Montage und Pflege.

Schlecht angebrachte Folie kann:

  • Blätter punktuell verbrennen,
  • PPFD-Messungen verfälschen,
  • besonders bei starken LEDs zusätzlichen Lichtstress verursachen.

👉 Grower-Fazit:
Mylar ist top in Zelten und kleinen, gut kontrollierten Räumen. In DIY-Growrooms gewinnt oft weiße Farbe durch ihre Stabilität.


Aluminiumfolie – der klassische Anfängerfehler

Das muss man klar sagen.

Normale Küchen-Alufolie:

  • reflektiert Licht ungleichmäßig,
  • erzeugt harte, fokussierte Spiegelungen,
  • verursacht schnell Hotspots.

Das Ergebnis:

  • lokale Blattverbrennungen,
  • kein messbarer Mehrertrag,
  • oft mehr Schaden als Nutzen.

Wenn ein Growroom aussieht wie ein eingewickelter Döner – das ist keine Optimierung, das ist Improvisation.

👉 Nicht empfehlenswert. Selbst billige weiße Wandfarbe ist effektiver.


Andere Farben als Weiß – sinnvoll oder Spielerei?

Kurz und ehrlich:

  • Schwarz – schluckt Licht → Energieverlust
  • Grau – schlechtere Reflexion als Weiß
  • Grün – der Mythos „Pflanzen sehen kein Grün“; indoor irrelevant
  • Lila / Blau – keine realen Vorteile

Die Pflanze interessiert sich nicht für die Wandfarbe an sich, sondern für die Menge und Qualität des Lichts, das ihre Blätter erreicht.

👉 Die einzige Farbe, die dauerhaft Sinn macht: Weiß.


Hat das wirklich Einfluss auf den Ertrag?

Ja – aber realistisch betrachtet.

Eine andere Wandfarbe:

  • ersetzt keine gute Lampe,
  • repariert kein schlechtes VPD,
  • gleicht keine Nährstofffehler aus.

In einem gut eingestellten Grow kann sie aber:

  • die Lichtausnutzung verbessern,
  • den Wuchs gleichmäßiger machen,
  • 5–15 % mehr Trockenertrag bringen,
  • die Qualität der unteren Buds verbessern (weniger Popcorn).

Das sind Werte, die viele Grower tatsächlich spüren.


Das maryjane.farm-Urteil

Das Ganze ist kein Mythos, aber auch keine Zauberlösung.

Wenn ich es wie ein alter Grower für einen jüngeren zusammenfassen müsste:

Erst Licht, Klima und Wurzelzone sauber einstellen.
Dann die Wände weiß streichen.
Und erst danach mit Folien und Feinoptimierung spielen.

Matte weiße Farbe ist und bleibt der Goldstandard im Indoor-Grow. Einfach, günstig und effektiv.
Alles andere sind Werkzeuge – sinnvoll in den richtigen Händen, aber kein Muss.

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Manolo MJF

Hey, I’m Manolo from MJF – your go-to grow buddy 🌿. I blog about everything cannabis cultivation: from sprouting your first seed to harvesting top-shelf buds. Whether you're growing in a closet or a custom-built growroom, I’m here to share tips, tricks, and tried-and-true methods to keep your plants (and you) thriving. Light it up with knowledge and let’s grow together! 💡🌱 #GrowWithManolo

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